Mittwoch, 19. Juli 2017

Analog oder Digital: meine Reiselektüre

wie bereits angekündigt geht es schon bald wieder nach Skandinavien.
Wie (fast) jeder bereite ich mich etwas auf die Reise vor und nehme auch diverses Material mit in den Urlaub - doch was genau und in welchem Format? Bücher? Apps?
Hier kommen meine Favoriten:



Damit wäre die erste Frage schon beantwortet: Beides!
Bücher - gerade im Urlaub sind für mich etwas ganz besonderes. Man kann zum Ausklang des Tages sich Anregungen für die Gegend, für den nächsten Tag holen. Am besten mit einem leckeren Getränk in der Natur ;-).
Aber auch Apps haben ihre Daseinsberechtigung, dazu später mehr...
Heute stelle ich euch ein paar meiner Lieblingslektüren für Skandinavien vor.
Angefangen hat alles mit diesem Buch:


Das Routenbuch Nordkap von Frank Herbst (ISBN 978-3-8317-1387-5 / 8,90€).
Dieses Buch ist schön klein und handlich aber auch sehr informativ. Angefangen von Reisevorbereitungen, drei verschiedene Routen zum Nordkap bietet es auch einige Hintergrundinformationen zu Land und Leute sowie diverse Städte-Kurztrips. Auch die Fährverbindungen werden gut beschrieben. Ein wirklich tolles Buch und ein muss, wenn es zum Nordkap gehen soll!

Auf ein Buch alleine wollte ich mich nicht verlassen, deshalb kaufte ich schon bald ein weiteres Buch:


Skandinavien - Reiseziel Nordkap aus dem Rau Verlag (ISBN 3-926145-14-5 / 18,90€).
Ähnlich wie das erste Buch beschäftigt es sich mit einer Route zum Nordkap, aufgeteilt in 36 Teilstrecken durch Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland.
In diesem Buch werden viele Sehenswürdigkeiten rund um die Teilstrecken beschrieben. Es eignet sich nicht nur für den klassischen Camper - auch Hotels und Jugendherbergen werden beschrieben.
Schön finde ich auch, dass bei den vielen Sehenswürdigkeiten, Museen etc. die Öffnungszeiten erwähnt werden - so kann man schon im Vorfeld entscheiden ob es sich zu der Ankunftsuhrzeit noch lohnt oder das Museum gar schon zu der Jahreszeit geschlossen hat.

Natürlich gibt es auch andere interessante Routen in Skandinavien. Deshalb habe ich aufgrund eines Tipps eines Freundes mir dieses Buch gekauft:


Mit dem Wohnmobil nach Nord-Schweden von Uwe und Annegret Rohland (ISBN 978-3-86903-554-3 / 18,90€)
Diese Bücherreihe gehört wohl zu den bekanntesten Reiseführer für Camper.
Was mir an diesen Büchern besonders gefällt, dass nicht nur Campingplätze, sondern auch Stellplätze und Entsorgungsstellen beschrieben werden. Auch die eine oder andere Möglichkeit wo man deutsche Gasflaschen gefüllt bekommt! All diese Informationen sind mit präzisen GPS-Daten versehen, so dass jeder mit einem Navi die beschriebenen Orte findet.
Dank dieses Buch konnte ich schon nachts auf einen hoch gelegenen Parkplatz flüchten, weil uns die Mücken auffressen wollten :-)

Da ich mich in Skandinavien meist im Norden aufhalte, durfte das nächste Buch natürlich nicht fehlen:


Mit dem Wohnmobil nach Norwegen, Teil 2: Der Norden von Reinhard und Waltraud Schulz (ISBN 978-3-86903-216-0 / 19,90€)
Auch in diesem Buch ist alles mit den nützlichen GPS-Informationen versehen. Wer einen "Abstecher" auf die Lofoten plant, sollte bei diesem Buch zugreifen!

Jetzt kommt ein besonders wichtiger Helfer - ganz ohne Navi oder GPS-Daten:


Falk Länderkarte Skandinavien / Dänemark, Norwegen, Schweden (ISBN 978-3-8279-1844-4 / 9,99€) Maßstab 1: 800 000
Diese Karte habe ich schon sehr lange. Gerade, wenn es darum geht eine Übersicht zu haben finde ich eine gute Landkarte unverzichtbar.
Sie ist sehr gut detailliert - auch die kleinen Nebenstrecken sind abgebildet:



Ganz ausgefaltet ist sie natürlich etwas "unhandlich" - ich hab sie für euch mal ausgeklappt und ein Buch für das Größenverhältnis darauf gelegt:


Ganz schön groß - aber auch praktisch um eigene Routen einzuzeichnen!
Wie man gut sieht ist sie schon etwas "gefläddert" - aber durch keine App zu ersetzen...

Apps gehören heute natürlich auch dazu und sind nicht mehr wegzudenken - welche gefällt mir besonders gut?
Mein absoluter "digitaler Favorit" ist die App "Campercontact" campercontact.com


Es gibt sie in einer kostenlosen Version für Android und Apple - Systeme und in einer Vollversion.
Mein Tipp: auf alle Fälle die Vollversion kaufen! (nein ich verdiene nichts daran...)
Denn nur dann bekommt man nicht nur 10% aller Plätze (Free Version) angezeigt.
Die App zeigt sehr viele Stellplätze, Serviceplätze und Campingplätze in ganz Europa und darüber hinaus an. Man findet alle Ausstattungsmerkmale, Preise, Bewertungen und viele Fotos.
Es nutzt natürlich auch das GPS der Hardware (Tablet/Handy) und man kann sich z.B. alle Plätze in der Nähe anzeigen lassen. Aber auch PIO-Daten für TomTom, Garmin und andere Navis können von der Webseite herunter geladen werden.
Aber (für mich) das beste: jedes Land ist einzeln offline verfügbar - das heißt: ich brauche nicht zwingend eine Internetverbindung um alle Daten des entsprechenden Platz abzurufen!
Ein absolut tolles tool um schnell einen Stellplatz zu finden - mit und ohne Internet!

Kartenübersicht

Kurzbeschreibung mit Bildern

Detailseite

Mit diesen vorgestellten Büchern und Apps ist man schon recht gut für Skandinavien gerüstet.
Alles andere überlasse ich dem Zufall, dem Wetter und meiner Reiselust...

Und welche Bücher und Apps habt Ihr immer mit?
Schreibt mir in die Kommentare!

in diesem Sinne:

bleibt neugierig,
euer Olaf

Sonntag, 16. Juli 2017

Reisewarnung Skandinavien!

Ja, bald ist es wieder soweit - bald fahren wir wieder nach Skandinavien :-)
Doch wohin soll es gehen? Was will man unbedingt wieder sehen, was kennen wir noch nicht?
Eine grobe Route habe ich schon, aber dazwischen ist noch viel Luft.

Hier kommt Ihr ins Spiel:
Ich verrate euch meine Route und ihr schreibt mir Vorschläge was man unbedingt noch besuchen muss! Als "Dankeschön" werde ich diesmal direkt auf unserer Reise bloggen und natürlich auch von euren Tips berichten.

Einzigste Ausnahme: große Städte wie z.B. Oslo, Malmö, Göteborg, Stockholm möchte ich dieses Jahr bewusst umfahren. Warum? Alle Diese Städte haben wir schon gesehen und ich bin kein Großstadtmensch. Die Ruhe und die kleine Örtchen sind mir 1000 mal lieber.

So - jetzt zu meiner geplanten Route:
Als erstes geht es in den Norden auf die Insel Fehmarn in den Fährhafen von Puttgarden.

Der Blick auf die Brücke, die auf Fehmarn führt, belohnt für die stressige Fahrt auf Deutschlands Autobahnen!

Am Hafen angekommen, stellen wir uns immer auf den kostenpflichtigen Parkplatz direkt am Wasser.
Hier fühlen wir uns sehr sicher, da der Platz auch nachts gut beleuchtet ist.

Sicherer Park- und Übernachtungsplatz bevor es mit der Fähre nach Dänemark geht.

Abends wird es ruhig und man kann die Fähranlagen erkunden:

Abendstimmung am Ufer

auch in der Nacht gibt es Fährbetrieb

die Nacht entschleunigt auch die Autoschlangen etwas


Am nächsten Morgen geht es dann auch für uns mit der Fähre nach Rodbyhavn:

früh morgens ist die Autoschlange schön kurz :-)

jetzt kann man rund 45 Minuten das Meer genießen...
Weiter geht es durch Dänemark, wo wir in Helsingör eine weitere Fähre nach Helsingborg (Schweden) nehmen. Die Überfahrt ist nach rund 15 Minuten schon zu Ende.
Sobald man in Helsingborg aus der Fähre fährt, sollte man schon wissen wohin man fahren möchte.
Nach der relativ ruhigen Fahrt durch Dänemark wird es in Helsingborg recht hektisch und unübersichtlich. Tip: ich programmiere mein Navi vor der Ausfahrt aus der Fähre immer auf die grobe Richtung die ich einschlagen möchte - so werde ich immer schnell aus Helsingborg heraus geführt. Diesmal geht es in Richtung Göteborg, Oslo (Norwegen). Hier fahre ich bewusst über die E6 - immer der Küste entlang. Ich finde, das echte Skandinavien fängt erst weiter nördlicher an!
Die Route direkt an der Nordseeküste entlang nennt man auch "die Cote d´Azur Schwedens", viele Sandstrände und tolle Campingplätze direkt am Strand laden zum verweilen ein. Keine Angst - alles ist auf der E6 gut ausgeschildert!
Wer Lust auf ein Shoppingerlebniss der besonderen Art hat, sollte einen Abstecher nach Ullared machen und das Warenhaus Gekas besuchen. Es ist das größte Einkaufszentrum Schwedens. Mehr infos darüber findet ihr auf gekas.se.

Quelle: Google Maps
 Wir fahren weiter Richtung Oslo. Kurz nach der Grenze zu Norwegen verlassen wir in Sarpsborg die E6 um einen großen Bogen um Oslo zu machen. Oslo ist wirklich schön - aber auch hektisch wie jede große Stadt.

Quelle: Google Maps


Unser nächstes Ziel ist der Meteoritenkrater von Gardnos.
Diesen wirklich interessanten Krater haben wir 2008 eher durch Zufall gefunden. Ein kleines Schild "Meteor" verwies damals auf diese tolle Sehenswürdigkeit. Hier schlug in der Urzeit ein Meteorit ein und "rutschte" den Berg hinunter. Das Ergebnis ist heute noch sehr deutlich zu sehen - über viele hundert Meter wurde der Berghang mit einer Glasschicht überzogen. Wirklich beeindruckend!
Mehr Infos findet ihr auf der Webseite meteorittparken.no.

imposanter Blick nach oben - der Boden besteht aus geschmolzener Erde

ruhiger Parkplatz am Meteoritencenter mit toller Aussicht - damals noch mit dem T3!
Nun soll es weiter Richtung Norden gehen. Mein Plan: bei Vauldalen (Norwegen) die Grenze nach Schweden überqueren um dann die höchste Strasse Schwedens - den Flatruet - zu fahren.
Diese Passstrasse ist eigentlich nur eine Schotter/Sandpiste, die Überfahrt mit Anhänger oder zu wenig Bodenfreiheit ist nicht zu empfehlen. Als wir das letzte mal dort waren, war das Wetter leider so schlecht, dass man (fast) nichts von der tollen Natur gesehen hat.
Lediglich das Rentier auf der Terrasse  eines Touri-Ladens blieb mir in Erinnerung:

vermutlich war dem Rentier auch zu regnerisch ;-)

wer Angst vor einem schmutzigen Auto hat, sollte hier nicht fahren...

Gipfelstein

eigentlich wollten wir hier laufen und über Nacht bleiben - aber bei dem Wetter sind wir weitergefahren...

Nun wird es über Östersund weiter in den Norden Schwedens gehen. Der nächste (geplante) Zwischenstopp ist die Polarkreisüberquerung in jokkmokk.
Für uns ist das immer noch die schönste Möglichkeit den Polarkreis zu überqueren.





Je nach Zeit und Wetter soll es nun noch ein Stück weiter in den Norden gehen, über Pajala (Schweden) immer weiter - auf alle Fälle nochmals über die Grenze nach Norwegen. Diesmal geht es aber nicht ganz hoch an das Nordkap, weil uns leider die Zeit fehlt.
Zurück soll es dann quer durch Schweden gehen um dann wieder mit der Vogelfluglinie nach Hause zu kommen.

Wie Ihr seht, war das wirklich nur ein ganz grober Umriss unserer Route!

Jetzt seid ihr dran! schreibt mir in den Kommentaren, was man unbedingt gesehen haben sollte. Wenn es irgendwie in die Route passt, werden wir euch natürlich auch mit Bildern belohnen!

Schon bald geht es los - bleibt neugierig,

euer Olaf

Mittwoch, 14. Juni 2017

nachts auf dem teuersten Parkplatz Norwegens - oder mein Erlebnis am Nordkap

Heute möchte ich von meinen Erlebnissen am Nordkap erzählen.
Das erste mal war ich 1985 am Nordkapp. Dieses Erlebnis prägte meine liebe zu Skandinavien.
Auch wenn ich wusste, dass seit dem sich viel am Nordkapp verändert hat, wollte ich es auf jedem Fall wieder besuchen. So machten wir uns im Sommer 2013 auf den Weg.
In diesem Sommer hatten wir wirklich viel Glück und hatten fast immer nur Sonnenschein.
Rund 200 Km bevor man am Nordkap ist verändert sich die Landschaft - man fährt noch öfters am Wasser und die Landschaft wird felsiger.
Auch die Trockenfischgestelle sieht man jetzt häufiger:

Trockenfischgestell
 Überall verstreut in Wassernähe stehen kleine rote Häuschen...


Und auch die Rentiere sehen wir jetzt noch häufiger - ruhig laufen sie auf oder neben der Strasse:


Nur noch 98 Km


Auch diese Schranken mitten auf der Straße sieht man jetzt häufiger. Im Winter sind diese Straßen gesperrt und nur in Begleitung eines Schneeräumer befahrbar:


Der Weitblick ist unbeschreiblich...


Und wieder sind unsere Begleiter ganz in der Nähe:


Das Nordkap rückt näher - die Wolken aber auch...





Auf den letzen Km beträgt die Sichtweite weniger als 50m...
Kurz darauf stehen wir am Kassenhäuschen. Die "Parkgebühr" für 24 Stunden beträgt 270 Norwegische Kronen pro Person - das sind rund 29 Euro! Ein stolzer Preis - doch früher war es noch teurer. Denn um an das Nordkap zu gelangen muss man zuerst auf eine Insel fahren. Ganz früher mit einer Fähre, die 1999 durch den Nordkaptunnel ersetzt wurde. Zur Refinanzierung des Tunnels - der übrigens an der tiefsten Stelle 212m unter dem Meer verläuft und rund 6 km lang ist - wurde eine Maut erhoben. Stolze 145 NOK pro Person durfte man noch bis 2012 berappen. 2012 war die Refinanzierung beendet und die Maut wurde eingestellt - wie bei allen Mautgebühren der Norweger, da sollte sich Deutschland mal eine Scheibe abschneiden!
OK, hier kommt jetzt der Teil den ich etwas überspringe...
Es ist nachmittag, der Nebel ist überall - so beschließen wir, wie 1000de andere Touris die Nordkaphalle zu besichtigen.
Auch hier trifft man auf die Lieblinge meiner Freundin:

ein Troll zum küssen... :-)

Wir schlendern durch die verschiedenen Ebenen, schauen und den beeindruckenden Kurzfilm über das Nordkap an - so wie alle anderen auch. Nur, das wir uns nicht zu Kaffe und Kuchen hinreißen lassen - bei den Preisen bleibt mir die Luft weg...
Aber ich bin mir sicher, dass man auch gut genug ohne uns verdient - die Menschenmassen sind gewaltig. 
Nicht zuletzt durch den Flughafen in Honningsvag, der im Stundentakt rüstige Rentner in großen Reisebussen ankarrt und nach 2-3 Stunden wieder abholt.
OK - ich hatte viel erwartet aber das war schon sehr erschreckend!
Schnell noch einen Eintrag in das Nordkap-Buch:

der olle T4 war wirklich sparsam ;-)

Wir gingen erstmal zurück zum Cali und machten uns einen Kaffe - der war bedeutend günstiger...
Gegen Abend begann es dann aufzuklaren und das Nordkap wurde noch gigantischer:



Aber auch ausserhalb gibt es Dinge zu entdecken:

Denkmal der Kinder der Welt
Skulptur Mutter und Kind
Dann begann die schönste Zeit. Es wurde "Nacht", die Reisebusse und auch die wirklich vielen russischen Fahrzeuge - die Grenze ist nicht weit - fuhren alle weg.
Der Parkplatz lichtete sich und übrig blieben nur die Camper, die über Nacht bleiben.
Ich parkte nochmals um und stand jetzt mit einer tollen Aussicht.




Ist das nicht ein gigantischer Ausblick?




Die "goldene Stunde" lädt zum träumen ein...

Kurz vor Mitternacht lerne ich "diesen komischen Kauz" kennen: ein älterer Herr steht am Geländer und schaut in die Ferne. Mit Händen und Füssen und etwas englisch unterhalten wir uns. Er ist Rentner und kommt aus Finnland. Im Sommer ist er mit seinem Wohnmobil unterwegs und im Winter genießt er den Schnee in seiner Heimat - was für ein Leben - ich bin neidisch!



Lange stehen wir noch gemeinsam vor diesem unglaublichen "Sonnenuntergang". Die meiste Zeit schweigen wir... es ist einfach atemberaubend!
Gegen 00:30 Uhr ist die Sonne an ihrem tiefsten Punkt und "sie geht über dem Meer wieder auf" - was für ein Anblick!


Völlig berauscht von der Stille lege ich mich nun auch schlafen.
Am nächsten Morgen frühstücken wir noch ausgiebig, der Parkplatz füllt sich wieder.
Ich verabschiede mich noch von "Opi mit Hut" und wir fahren wieder Richtung Süden - der Heimat entgegen.

Entgegen vieler Meinungen bleibt das Nordkap für mich ein ganz besonderes Erlebnis - natürlich ist es tagsüber voll, natürlich treten die Touris sich gegenseitig die Füsse platt, trinken überteuerten Kaffe und müllen alles zu...
Aber die Nacht ist wirklich etwas besonderes...

Würde ich wieder hinfahren und knapp 60 Euro für einen Parkplatz ausgeben? Ganz klar JA!
Nordkap - ich komme wieder... vielleicht schon diesen Sommer!

Ich hoffe, ich konnte euch "mein Nordkap" etwas näher bringen,

euer Olaf